20 Tipps zum Anschreiben einer Bewerbung

Das Anschreiben begleitet ihre Bewerbungsunterlagen (Lebenslauf, Anlagen) und ist das Erste, was der Firmenmitarbeiter von Ihren Bewerbungsunterlagen sieht.

Mit 20 Tipps zum perfekten Anschreiben

Im Anschreiben stellen Sie sich selbst persönlich und beruflich ihrem zukünftigen Arbeitgeber vor, bekunden ihr Interesse und Motivation, warum Sie sich gerade auf diese Stellenausschreibung bewerben und stellen einen Bezug ihrer Fähigkeiten und bisherigen Tätigkeiten zur neuen Arbeitsstelle her.

Das Ziel des Anschreibens ist es, das Interesse des Arbeitgebers an ihrer Bewerbung zu wecken, so dass Sie in die nächste Runde der Bewerberauswahl gelangen und letztendlich zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen werden (s.a. Bewerber-Auswahlverfahren).

Im folgenden sind die wichtigsten Tipps zum Anschreiben aufgeführt. Da heutzutage Bewerbungen vielfach nichts mehr schriftlich, sondern auf elektronischen Wege (Internet/Online-Bewerbung) aufgegeben werden, wird in diesem Artikel auch auf diesbezügliche Besonderheiten eingegangen.

Vermeiden Sie die Überverwendung des Wortes „Ich“.

Fangen Sie nicht jeden Satz mit „Ich“ an!

  • Ich interessiere mich …
  • Ich habe dies und das gemacht …
  • Ich bin flexibel, belastbar, …
  • Ich würde mich freuen …

Wiederholungen vermeiden

Natürlich werden Sie beim Aufsetzen ihres Anschreibens verschiedene Formulierungsideen haben. Feilen Sie an diesen bis sie mit einem Satz zufrieden sind, den Sie dann verwenden. Wiederstehen Sie der Versuchung, sich inhaltlich im nächsten Satz zu wiederholen und das gleiche damit mehrfach, nur mit anderen Worten zu schreiben, weil sie sich unsicher sind, ob man sie im letzten Satz verstanden hat.

Unterschrift

Unterschreiben Sie das Anschreiben mit einem blauen Kugelschreiber
Wie sie bei Online-Bewerbungen Ihre Unterschrift in das Anschreiben einfügen können, erfahren Sie in folgendem YouTube-Video „Unterschrift im Anschreiben“

Länge des Anschreibens

Ein Anschreiben passt immer auf eine DIN A4 Seite. Wenn Ihr Anschreiben länger ist und Text auf eine zweite Seite rutscht, dann müssen Sie Ihr Anschreiben nochmals überarbeiten und sich auf die wesentliche Punkte, die Ihren zukünftigen Arbeitgeber interessieren dürften und relevant für die Stelle sind, beschränken.

Ausdrucksqualität

Online-Bewerbung:
Schicken Sie keine Word-Dokumente, sondern nur PDF-Dokumente (s.a. …)

Schriftliche Bewerbung:
Drucken Sie Ihre Bewerbungsunterlagen am Besten auf einem Laserdrucker aus. Achten Sie darauf, dass der Ausdruck „sauber“ ist, d.h. keine Tonerflecken, etc. hat.
Ein Ausdruck mit einem Tintenstrahldrucker ist zwar möglich, ist aber mit gewissen Risiken verbunden. Die Schriftkanten sind meist nicht so scharf wie bei einem Laserdrucker und es besteht grundsätzlich das Risiko, dass die Tinte bei feuchten Fingern verwischt. Natürlich läßt sich mit einem Tintenfarbdrucker auch das Bewerbungsbild gleich mitdrucken. Aber in der Regel ist dies kein wirklicher Vorteil, weil die Bildqualität stark darunter leidet und ein richtiges Bewerbungsbild immer noch die bessere Wahl ist.

Leben in der Zukunft

Verweilen Sie in Ihrem Anschreiben nicht in der Vergangenheit durch reine Auflistung Ihrer bisherigen Tätigkeiten, unabhängig davon, ob diese für die Stellenbesetzung relevant sind. Richten Sie Ihren Blick in die Zukunft. Konzentrieren Sie sich darauf, die bisherigen Tätigkeiten aufzuführen, die für Ihre zukünftige Arbeitsstelle wichtig sind oder die sie durch Ihre Person in die Firma gewinnbringend einbringen würden.

Kopie für Sie

Erstellen Sie sich eine Kopie der von Ihnen erstellten und dem Arbeitgeber zugesandten Bewerbungsdokumente. Unter Umständen vergehen Tage und Wochen bis sie eine Rückmeldung auf Ihre Bewerbung erhalten. Bei einem Vorstellungsgespräch wird der Arbeitgeber auf Ihr Anschreiben und Lebenslauf eingehen und Fragen dazu stellen. Sie sollten nachvollziehen können, was der Arbeitgeber von Ihnen schon weiss, was Sie ihm im Anschreiben geschrieben hatten.

Abschlusskontrolle

Der Vorteil der Bearbeitung des Anschreibens mit einem Textverarbeitungsprogramms am PC liegt in der Möglichkeit, seinen Text immer wieder zu verändern und zu verbessern. Aber es genügt nicht, dass jeder Satz für sich alleine optimiert wird. Das Anschreiben als ganzes sollte flüssig lesbar sein und die Sätze aufeinander aufbauen und zueinander passen. Als Bewerber sind Sie kein Bittsteller, sondern bieten Ihre Arbeitskraft selbstbewußt an, nicht überzogen/arogant, aber auch nicht unterwürfig und zu bescheiden.

Lassen Sie einen Dritten (Familienmitglied/Freund,Bekannten/Dienstleister) Ihr Anschreiben lesen, um zu erfahren, welchen Eindruck dieses bei anderen hinterläßt. Ihnen ist klar, was Sie in Ihrem Schreiben zum Ausdruck bringen wollen, Aber sind Ihre Sätze wirklich verständlich oder fragt sich der Leser: „Was will er/sie mir damit sagen?!“
Dieses externe Kontrolllesen hilft Ihnen auch dabei, der „Betriebsblindheit“ ein Schnäppchen zu schlagen. Wenn man sich lange mit etwas beschäftigt, sieht man die einfachsten Fehler teilweise nicht mehr. Ein Ausdruck stimmt nicht, Wörter werden falsch verwendet oder falsch geschrieben.

Fremdwörter / Anglizismen

Schreiben Sie im Stil und Ausdruck für Ihre Zielgruppe, aber in einer für Sie natürlichen Sprache, d.h. mit einer Wortwahl, bei der Sie sich wohlfühlen. Von der Verwendung zu vieler englischer Worte (Anglizismen wie Feedback, Teamplayer, Softskills, mein Knowhow ist up to date, Interview, Intention, Response, …) sollte man absehen. Sehr schnell werden diese falsch verwendet, ihr Schreiben klingt aufgesetzt, unnatürlich, hochtrabend, gekünselt.

Umorientierung

Wenn Sie sich beruflich Umorientieren wollen, dann verlieren Sie sich nicht in der Beschreibung des Vergangenen, sondern stellen Sie die Erfahrungen und Fähigkeiten in den Vordergrund, die sie bei der neuen Stelle einbringen wollen.
Die bekannte Floskel „… ich suche eine neue berufliche Herausforderung …“ mag zwar abgedroschen sein, drückte aber diese Grundidee, der Zukunftsorientiertheit gut aus. Sie bringen damit zum Ausdruck, dass Sie nicht in der Vergangenheit leben, bereit sind, neue Themen zu bearbeiten und dazuzulernen.

Einsendung schriftlicher Unterlagen

Wenn Sie die Bewerbungsunterlagen per Post einsenden, dann wählen Sie einen ausreichend großen Umschlag (keinesfalls die Unterlagen zusammenfalten) und frankieren Sie den Umschlag ausreichend (Frankierung). Wenn Sie feststellen, dass Sie mehr als 1,45 EUR an Briefmarken aufkleben müßten (s.a. Frankierung), dann haben Sie in der Regel etwas falsch gemacht. Ihr Bewerbungsunterlagen sind zu schwer, ihr Stil nicht „kurz und knackig, auf den Punkt gebracht“, sondern eher ausschweifend und mit unnötigen Balast (s.a. Anlagen/Kopien).

Schlusssatz

Der Schlusssatz im Anschreiben ist selbstbewusst und enthält einen Hinweis auf ein persönl. Gespräch/Vorstellungsgespräch.

Gehaltsvortellung / Frühester Einstellungstermin

Das Thema Gehalt ist kein leichtes Thema (s.a. Gehaltsvorstellung). Wenn in der Stellenausschreibung jedoch ausdrücklich die Nennung der Gehaltsvorstellung verlangt ist, dann sollte diese auch im Anschreiben genannt werden. Natürlich ist dies firmenabhängig, aber so manche Bearbeiter/Firmen sortieren eine Bewerbung ohne Angabe der geforderten Gehaltsvorstellung gleich wegen „Unvollständigkeit“ aus.

Nicht ganz so kritisch wird die Nennung des frühesten Einstellungstermins gehandhabt.
Aber auch hier gilt: Wenn diese Angabe in der Stellenausschreibung gewünscht wird, dann sollte man sie auch geben.

Wiederverwendung von Bewerbungsunterlagen

Im Falle einer Absage auf Ihre in Schriftform eingereichte Bewerbung behält die Firma das Anschreiben und sollte Ihnen ihre Bewerbungsunterlagen wieder zurückgeschicken.

Wenn Sie einzelne Teile dieser Unterlagen (z.B. Zeugniskopien) für eine andere Bewerbung wiederverwenden möchten, dann achten Sie erneut auf die Qualität der Unterlagen. Mischen Sie nicht verschiedene Papierarten in der neuen Bewerbung. Achten Sie darauf, dass keine Notizen auf den Kopien erfolgt sind und die Seiten keine Eselsohren oder Flecken bekommen haben.

Unterschriebene Lebenslaufseiten mit Erstellungsdaten (Musterstadt, den …) vor zwei Monaten sollten Sie nicht wiederverwenden.

Bei Bewerbungsbildern darauf achten, dass diese nach wie vor einwandfrei sind und sich auch auf der Rückseite keine „Fremdnotiz“ befindet.

Korrektheit

  • Firmenname ist richtig geschrieben
  • Firmenadresse ist richtig
  • Name des Ansprechpartners ist nicht nur bekannt, sondern auch richtig geschrieben.
    Nichts ist peinlicher im Anschreiben als den Namen des Ansprechpartners falsch zu schreiben. Das ist sofort eine negative „Arbeitsprobe“ ihrerseits.
  • Rechtschreibung im Text

Ansprechpartner

Wenn in der Stellenausschreibung ein Ansprechpartner oder noch besser ein Entscheidungsträger genannt wird, dann nutzen Sie diese Information, um ihr Anschreiben zu personalisieren.

Anstatt: Sehr geehrte Damen und Herren,
Besser: Sehr geehrter Herr … Name des Personalverantwortlichen …,

Nicht ganz so kritisch wird die Nennung des frühesten Einstellungstermins gehandhabt.
Aber auch hier gilt: Wenn diese Angabe in der Stellenausschreibung gewünscht wird, dann sollte man sie auch geben.

Präsentation Ihrer Bewerbungsunterlagen

Teilweise werden schriftliche (per Post eingesandte) Bewerbungsunterlagen im Unternehmen kopiert, um sie verschiedenen Abteilungen oder Personalverantwortlichen gleichzeitig vorzulegen. Dann ist es von Vorteil, wenn sich Ihre Unterlagen schnell entnehmen und kopieren lassen.

Bewerbungsmappe: Verwenden Sie für Ihre Bewerbungsunterlagen am Besten eine Bewerbungsmappe, die es überall im Handel zu kaufen gibt. Diese besitzen in der Regel Klemmschienen in die sich Ihre Bewerbungsseiten leicht einfügen lassen.
Propekthüllen: Gar nicht zu empfehlen, ist die Übersendung der Unterlagen in Klarsichtprospekthüllen. Stellen Sie sich den Aufwand, vor jede Seite einzeln für das Kopieren herausnehmen zu müssen.
Lose-Blatt-Sammlung: Bewerbungen, die als Lose-Blatt-Sammlung eingehen haben die Tendenz, dass die Seitenreihenfolge (Lebenslauf, Referenzen, Kopien) sehr schnell durcheinandergeraten oder einzelne Seiten verloren gehen. Bitte davon Abstand nehmen.
Geheftete Bewerbungsunterlagen: Das Zusammenheften vieler Seiten ist zum einen nicht so einfach, das Öffnen der Heftklammern für Kopierzwecke ist sehr unbeliebt und die Außenwirkung eines gehefteten Papierblocks ist auch nicht berauschend.

Fristsache – Einschreiben

Oft wird in Stellenausschreibungen eine Bewerbungsfrist gesetzt. Eigentlich wäre die Versandoption „Einschreiben“ der Post hier nicht das Schlechteste. Bei einem Einschreiben muss die Zustellung durch den Empfänger oder einen Bevollmächtigten durch Unterschrift bestätigt werden und man könnte im Internet über die Sendungsverfolgungsnummer damit die fristgerechte Zustellung ersehen.

Wir raten Ihnen jedoch dringend davon ab, ihre Bewerbungsunterlagen per Einschreiben zu verschicken. Stellen Sie sich, sie wären das Unternehmen und bekämen 40 bis 100 Bewerbungen (eine Anzahl die nicht ungewöhnlich wäre) und der Empfang jeder dieser Zustellungen müßte einzeln unterschrieben werden. Sehr, sehr nervig.

Äußere Form/Gestaltung des Anschreibens

  • DIN Norm
  • Schriftart/Papier
  • Textwüste/Absätze

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sdsd

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